Wissen

Der Aspekt des Wissens ist das dritte Element des cleveren Esszimmers.
Es gilt, die Mensa als Chance zu nutzen, den Schülern etwas über den Umgang mit Lebensmitteln beizubringen. Bildung, so zeigen die Erfahrungen, ist Basis und Voraussetzung einer ausgewogenen Lebens- und Ernährungsweise. Durch die Einbindung des Bildungsaspekts in ein ganzheitliches Konzept der Schulverpflegung kann auf lange Sicht ein neues Bewusstsein geschaffen werden.

Expertenmeinung

 

Beispiele

Prof. Ulrike Arens-Azevêdo
Prof. Ulrike Arens-Azevêdo, Präsidiumsmitglied der DGE, Dozentin an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg
Obwohl die Zahl der Ganztagsschulen in Deutschland in den letzten Jahren auf 12.000 gestiegen ist, haben wir seit einigen Jahren einen Stillstand in der Entwicklung der Schulverpflegung. Auch bundesweite Qualitätsstandards können nicht viel bewirken, wenn ein Großteil der Schulen generell kein vorrangiges Interesse am Thema Schulverpflegung hat. Genau aus diesem Grund haben wir uns für die Einrichtung der „Vernetzungsstellen Schulverpflegung" eingesetzt. Diese sollen aktiv auf Schulen zugehen und Trägern und Schulleitungen beratend zur Seite stehen. Ein gesundheitsförderndes Angebot allein führt jedoch nicht zwangsläufig zu einer erhöhten Akzeptanz auf Seiten der Schülerinnen und Schüler.
Der Schlüssel zum Erfolg lautet Bildung; das Thema Ernährung muss in ein pädagogisches Konzept eingebettet werden. Handlungsorientierter Unterricht soll Kindern auf spielerische Art und Weise Kochen und Co. näher bringen. Auch in einem schuleigenen Kräutergarten oder einer Schulmensa ergeben sich viele Möglichkeiten, Schüler für Lebensmittel und Kochen zu begeistern. Kinder sollen Spaß am Entdecken von verschiedenen Gewürzen, Obst und Gemüse vermittelt bekommen. Schafft man es, die Schüler für Lebensmittel, Kochen und Co zu begeistern, steigt auch ihre Identifikation mit der eigenen Schulmensa. Doch leider sieht die Realität oftmals ganz anders aus. Das Bewusstsein für Ernährungsbildung ist bisher nur an den wenigsten Schulen vorhanden. Für ein gutes pädagogisches Gesamtkonzept stellt dieses jedoch die grundlegende Voraussetzung dar.
 

Der Aspekt der Bildung lässt sich auf ganz unterschiedliche und vielschichtige Art und Weise in das Schulkonzept integrieren.
Hier finden Sie einige Beispiele aus der gängigen Praxis hessischer Schulen:

In der Mensa
  • Tischdienst / Mensadienst der Schüler
  • Workshops
  • Infotafeln
  • Kochkurse

Im Schulkonzept:
  • Einbindung des Themas Ernährung in den Regelunterricht
  • Projekttage / Projektwochen
  • Ernährungs-AGs
  • Schulprojekte wie Kräutergarten, Streuobstwiesen etc.